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Test: Loupedeck

Loupedeck. Was ist das? Braucht man das? Und vieles mehr könnt ihr in dem folgenden Beitrag lesen.

 

Vorwort

Ich habe das Loupedeck schon vor längerer Zeit gesehen und dachte mir immer „cool, aber brauch ich nicht“. Das Ding kostet schließlich knapp 250,- € und kann jetzt nicht wirklich mehr, als ich sowieso schon kann. Außerdem sind die Kundenbeiträge auf Amazon wirklich zwiegespalten. Die einen mögen es, die anderen verurteilen es. Doch so richtig schlau wird man aus diesen Beiträgen nicht. Naja, jetzt hab ich’s eben dochnoch. Bereue ich den Kauf?

 

Was ist das Loupdeck?

Das Loupedeck lässt sich wahrscheinlich am besten als „DJ Pult für Fotografen“ bezeichnen, funktioniert allerdings nur mit Adobe Lightroom. Man kann auf dem Gerät seine Bilder bewerten, Farbanpassungen vornehmen, an Schatten bzw. Lichtern herumschrauben, das Bild drehen und einiges mehr. So soll man auf die herkömmliche Tastatur und Maus möglichst verzichten können und dabei auchnoch Zeit sparen.

Klingt gut soweit.

 

Unboxing

Ich habe auf den Postboten sehr aufgeregt gewartet. Dann klingelte es plötzlich an der Tür und wenige Sekunden später hielt ich einen braunen Papierkarton mit der Aufschrift „Loupedeck“ in den Händen. Direkt aus Finnland. Sehr cool.

Als ich die Box öffnete kam mir sofort das mattschwarze Design entgegen und sah auf dem ersten Blick sehr edel aus. So fühlte es sich auch an. Als ich aber die ersten Regler und Tasten bediente, war das ziemlich ernüchternd. Die Tasten sind laut und man muss schon richtig draufdrücken, bis ein Klicken kommt. Auf der anderen Seite verdrückt man sich da nicht so leicht, also vielleicht eher was gutes? Die Regler sind ganz okay, ein wenig leichtgängig vielleicht.

Die Anbringung der Knöpfe sah anfangs irgendwie „unsortiert“ oder „durcheinander“ aus. Das habe ich natürlich schon vorher online gesehen, aber so richtig bewusst wurde es mir bei genauer Betrachtung, als das Ding vor mir war.

Die Größe ist gut. Hat in etwa die selbe Länge wie eine gewöhnliche PC-Tastatur. Neben dem schmalen Magic Keyboard von Apple dann schon ein ordentlicher Klopper, aber nicht dramatisch groß. Schick sieht es jedenfalls aus.

Foto: Loupedeck Ltd

Verwendung

Ich habe mich bei der ersten Verwendung eher kontraintuitiv durch die einzelnen Schalter und Regler bewegt und alle Funktionen einfach mal ausprobiert. Beschriftet ist alles auf englisch. Abgesehen von den Reglern gibt es noch die „Preset“-Buttons und einige Custom-Buttons. Diese sind standardmäßig von Loupedeck belegt, aber können nochmal beliebig angepasst werden. Es hat mich richtig genervt dieses Ding das erste Mal zu benutzen aber ich habe es nicht aufgegeben. Schließlich muss es doch für irgendwas gut sein. Beim zweiten mal ging es einigermaßen. Mein Workflow hat sich dadurch verändert, aber wirklich schneller wurde ich zu dem Zeitpunkt nicht. Erst beim dritten Mal, nachdem meine Hände in etwa wussten welche Regler, wo zu bedienen waren, habe ich auf einmal etwas gemerkt: „Schon fertig.“

Bei dieser dritten Bearbeitungssession ist mir aufgefallen wie praktisch das Ding eigentlich ist! Ich verwende aus Platzmangel den 21,5″ iMac und muss oft rein- und rauszoomen, um alles sehen zu können. Jetzt klicke ich einfach auf den „Full Screen“ Button und bearbeite ganz entspannt in der Vollbildansicht. Die verschiedenen Menüs an den Seiten der Lightroom Oberfläche lenken nicht ab und ich kann mich entspannt durch die Bilder der Galerie klicken. Das Drehen der Regler, das Drücken der Knöpfe, … irgendwie hat jetzt alles doch seine richtige Anordnung und die Hände haben sich an das Loupedeck gewöhnt.

Es ist schwer zu sagen, wieviel Zeit man dadurch bei der Bearbeitung spart. Gefühlt braucht man nurnoch halb so lange, aber realistischerweise ist man bei 1,5-facher Geschwindigkeit.

Foto: Loupedeck Ltd

 

Grenzen

Trotz der durchdachten Funktionen des Loupedecks kommt man um Tastatur und Maus nicht rum. Die Funktionen sind wirklich eher knapp gehalten. Das geht schon bei den neuen Profilen von Lightroom los. Früher habe ich zum Beispiel immer an der Gradationskurve geschraubt. Mit dem Loupedeck hat man dafür nur Schwarz-/Weißtöne und Schatten/Lichter. Außerdem gibt es keine Funktion zum Schärfen und Bildbeschneiden. Wahrscheinlich kann man das irgendwie über die Custom Buttons lösen.

Insgesamt kann man sicher auf vieles verzichten und Kompromisse eingehen, aber einiges ist viel zu elementar, als dass man auf Tastatur und Maus verzichten könnte.

 

Fazit

Jetzt zu der Frage, ob sich die Anschaffung lohnt. Dabei beziehe ich mich vor allen Dingen auf Hochzeitsfotografen.

Nunja, das muss jeder für sich selber entscheiden. Wenn die Regler und Tasten den Großteil der verwendeten Funktionen abdecken, dann wird man am Loupedeck Vergnügen finden und tatsächlich Zeit, also auch Geld sparen. Wenn es wirklich das 1,5-fache ist, kann man so am Tag statt 6 Stunden, vielleicht nur 4 vor Lightroom verbringen und dafür mal an die frische Luft gehen oder Sport treiben. Ich habe jetzt bei jeder Bearbeitung über Lightroom tatsächlich das Loupedeck direkt vor mir, dahinter die Tastatur und daneben meine Maus. So habe ich das Tool, was gerade am praktischsten ist, immer parat. Zumeist passiert aber alles am Loupedeck.

Ja, das Ding ist für die Bauqualität etwas zu teuer, aber alleine schon die Zeitersparnis wird sich sehr schnell auszahlen. Persönlich bereue ich den Kauf nicht (mehr). Kein bisschen.

 

Wünsche

Sollten zukünftige Versionen des Loupedecks entstehen, hoffe ich auf mehr Optionen, vielleicht sogar einen eingebauten, kleinen Bildschirm, der die Auslastung eines Reglers anzeigt, auch wenn man im Vollbildmodus ist. Außerdem wären mir persönlich etwas druckempfindlichere Knöpfe lieb.

Ich hoffe, dass das Konzept wirklich noch weiter ausgebaut wird, denn die Idee ist genial!

 


 

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