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Okay

Gespart für teure Kamera, aber welche?

Jeder, der seine Fotos irgendwo, irgendwie schon präsentiert hat und diese auch gut ankamen, kennt diese eine Aussage mit darauffolgender Frage: „Du hast tolle Fotos! Ich will auch sowas machen können. Was muss ich denn für so ne Kamera ausgeben?“

Bei diesen Fragen fliegen die meisten „Kenner“ in die Luft. Innerlich.

Ich persönlich verwirre die Leute dann mit Worten wie „Dynamikumfang“ und „Exmor CMOS“. Meistens hört die Fragerei dann auf.

Bei Freunden und Kunden sieht die Antwort umfangreicher und detaillierter aus.

Zunächst mal möchte ich darauf direkt hinweisen, dass hier wieder nur meine eigene Meinung drin steht und sie möglicherweise nicht auf jede Situation übertragbar ist. Daher sollte man sich mit dem Thema „Kamerakauf“ lieber noch grundlegender auseinandersetzen. Dies ist keine universelle Antwort.

Die Ausgangsfrage ist dabei nicht „Welche Kamera?“, sondern „zu welchem Zweck und für welche Bilder brauche ich eine Kamera?“

Oft heißt es dann: „Für Urlaubsfotos und von meiner kleinen Tochter.“ Ich muss euch hier enttäuschen, wenn ich sage, dass ihr auch mit einer 4.000,- € Kamera keine professionellen Ergebnisse erhalten werdet. Diesen Leuten empfehle ich eine kompakte Kamera für rund 100,- € und für die kleine Tochter vielleicht einfach mal einen Termin mit einem Fotografen vereinbaren. Man ist da wahrscheinlich immernoch unter dem Preis der günstigsten DSLR (Spiegelreflexkamera) und hat eine große Chance auf tolle Ergebnisse. Außerdem muss ich sagen, dass die aktuellen Smartphones überraschend gute Ergebnisse liefern können. Die aktuellsten iPhones, Samsungs und Lumias sind vorreiter, die sowieso fast jeder bereits in der Tasche hat.

Was aber, wenn sich jemand wirklich mit der Fotografie ernsthaft beschäftigen will?

Es gibt ein ganzes Meer an Kameras. Wer jetzt sofort eine Kamera mit Vollformat, 4K, Magnesiumlegierung und einem 1.2 Objektiv der Canon L-Serie kaufen möchte, soll das ruhig tun. Dann sind 5.000 € mal eben ausgegeben und die Bilder sehen immernoch genauso aus wie mit einem Smartphone geschossen.

Ich persönlich fotografiere zur Zeit mit einer Kamera, die vor etwa 2 Jahren rauskam und noch immer eins der günstigsten Modelle ist. Da ich jetzt nicht unbedingt werben möchte, könnt ihr mich gerne anschreiben, um zu erfahren, um welche Kamera es sich handelt. Diese kostet in manch‘ einem Angebot 299,- € mit Kit-Objektiv, Tasche und Speicherkarte.

Bei dem Kauf vor 1,5 Jahren waren mir nur einige Dinge wichtig. Die Kamera sollte das SpRAW Format unterstützen, damit ich die Bilder gut bearbeiten kann und zu einer Marke gehören, die eine ausreichende Palette an Objektiven und weiterem Zubehör anbietet. Das wäre eigentlich auch schon alles, was man am Anfang beachten sollte.

Wofür das RAW-Format nochmal?

Wer sich schonmal halbwegs mit Bildernachbereitung auseinandergesetzt hat, kennt sicher Komprimierungsartefakte. Jede Kamera, auch die im Smartphone, nimmt die Bilder immer zunächst im RAW Format auf. Zugunsten der Benutzerfreundlichkeit des Normalverbrauchers werden die Bilder sofort auf JPEG (meistens) komprimiert und so sehen wir diese auch. Die Kamera bearbeitet hier automatisch die Kontraste und den Farbausgleich. Wieso das benutzerfreundlicher ist? Weil so ein RAW Bild mal eben 25 MB groß (zum Vergleich hat ein JPEG ca. 5 MB.) werden kann. Es ist eben nicht komprimiert. Man kann den Weißabgleich auch noch später anpassen und genauso die Lichter, die Schatten und die absoluten Weiß- bzw. Schwarztöne anpassen. Ohne zu destruktiv sein zu müssen. Je größer der angegebene Dynamikumfang der Kamera, desto mehr Spielraum hat man bezüglich dieser Einstellungen. Das macht sich dann aber auch im Preis bemerkbar und ist für den Anfang nicht bedeutend.

Was willst du eigentlich?

Ich kann es nur nochmal betonen. Man sollte genau wissen, wofür man die Kamera nun kauft. Schließlich ist es für die meisten viel Geld. Man braucht wirklich keine teure Spiegelreflexkamera für Urlaubsfotos. Die kompakten kleinen Kameras haben oft bessere Automatikmodi und unterstützen den Leien da gewaltig.

Manche möchten aber auch regelmäßig Portraits machen. Schafft euch die günstigste Spiegelreflexkamera an und dann das 50mm 1.8 Objektiv, das es für fast alle DSLR Modelle schon für rund 100,- € bis 200,- € gibt. Günstiger kommt ihr an ein geiles Objektiv nicht dran. Eigentlich an garkein Objektiv. Von den Noname Herstellern möchte ich euch vor allem am Anfang abraten. Es gibt nur einige wenige Zweithersteller, die mit der Qualität an die Originale herankommen oder diese teils soweit übertreffen. Dazu gehören Tamron und Sigma. Und sowieso. Für den Anfang reicht auch das Kit Objektiv, um mit den Einstellungen des manuellen Modus überhaupt zurechtkommen zu lernen.

Mein Objektiv hat zu wenig Zoom!

oder

Das Objektiv hat ja garkeinen Zoom!

Oft sehe ich teure Bridgekameras mit teilweise 83fachem optischen Zoom. Das ist wahnsinnig viel. Man kommt damit wirklich mega weit und könnte einen Bienenstachel aus 10 Metern Entfernung fotografieren. Wer das täglich machen möchte, hat möglicherweise eine gute Kamera gefunden. Vorausgesetzt man hat noch ein Stativ, möglicherweise einen Fernauslöser und Glück mit dem Motiv, das sich gerade in die richtige Lage versetzt hat.

Allen anderen würde ich das niemals als entscheidenden Faktor anbieten. Es ist oft so, dass genau das dem Objektiv nicht erlaubt das zu schaffen, was ein Festbrennweitenobjektiv schaffen würde. Also ein Objektiv ohne Zoom. Denn wer sich ein wenig mit Teleskopen oder ähnlichem Beschäftigt hat, weiß wieviele Linsen sich in einem solchen befinden und jede einzelne klaut Licht. Jedes verarbeitete Stück Glas nimmt etwas Licht oder erlaubt auch nicht die Größe der einzelnen Segmente, um die Blende weit zu öffnen, um mehr Licht durchzulassen und je weniger Licht in die Kamera kommt, desto schlechter das Ergebnis. Licht ist alles bei der Fotografie.

Je nach Verwendungszweck würde ich immer eine Festbrennweite empfehlen. Diese haben eine meist große Blende und wenig Glas. Es kommt also schön viel Licht durch das Objektiv auf den Sensor der Kamera. Genaueres werde ich aber nochmal in einem späteren Beitrag erzählen, wenn es generell um Blende etc. geht.

 

Fazit

Wer einfach nur schöne Fotos ohne großen Aufwand machen möchte, sollte auf eine günstige Kompaktkamera oder sein Smartphone zurückgreifen. Wer sich aber mehr mit der Fotografie auseinandersetzen möchte, kann mit der günstigsten Spiegelreflex- oder Systemkamera mit RAW-Unterstützung anfangen. Weiterhin sollte man sich nicht auf den technischen Umfang der Kamera fixieren, sondern auf die Objektive, die man dazu kauft.
In Geld gesprochen hat man z.B. eine günstige CMOS-Kamera mit Kit-Objektiv (18-55mm F3.5/5.6) anbieten. Diese kostet oft nur 300,- € im Angebot. Für Urlaubsfotos reicht das meiner Meinung nach bereits. Dazu ein Objektiv mit großer Blende für Portraits und man hat Gesamtausgaben von etwa 450,- €. Alles andere, wie Zusatzakkus und Fotorucksack und Blitzgeräte, … das kommt nach und nach. Die Grundversorgung hat man so aber schonmal abgedeckt.

 

Ich hoffe, dass ich euch hiermit einigermaßen helfen konnte.

😉

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