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Warum ich von Canon DSLR zu Sony DSLM gewechselt bin

 

Dieser Beitrag soll keinesfalls als Empfehlung dienen. Ich möchte nur beschreiben, wieso ich gewechselt habe. Letztenendes ist es irgendwo „Geschmackssache“ ob man mit einer Spiegelreflex- oder Systemkamera fotografiert. Beide Systeme haben ihre eigenen Vorteile.

 

Der Unterschied

Es gibt viele Merkmale, die eine DSLR (Digital Single Lense Reflex) Kamera von einer DSLM (Digital Single Lense Mirrorless) Kamera unterscheiden. Im Grunde wird bei der DSLR das Bild durch das Objektiv auf einen Spiegel geworfen, der das Bild in ein Prisma weiterleitet, das sich im Sucher befindet. So sehen wir genau das, was die Linse sieht. Bei einer DSLM befindet sich kein Spiegel in der Kamera. Das Licht fällt unaufhaltsam auf den Sensor. Was wir dann im Sucher sehen, ist eine digitale Spiegelung des Bildes.

Vor wenigen Jahren war es technisch eher schwierig das Bild so synchron und detailliert im Sucher darzustellen, wie es bei den optischen Suchern möglich ist. Heute ist die Technik aber bereit. Der elektronische Sucher bringt zahlreiche Vorteile: Volle Bildabdeckung, WYSIWYG (= What you see is what you get) und volle Menübedienung im Sucher, was bei schlechtem Licht hilfreich ist oder um Akku zu sparen. Damit wären wir auch bei den Nachteilen. Mehr Elektronik bedeutet auch mehr Stromverbrauch. Erfahrungsgemäß hält eine DSLR etwa drei mal länger durch, als eine DSLM – und das im Flugmodus. Mit genügend Akkus und einem Batteriegriff ist aber auch das kein größeres Problem.

Es heißt außerdem, dass die DSLR Kameras „nur“ 150.000 Auslösungen garantieren und die DSLM Kameras locker 500.000. Ob das stimmt, kann ich mangels Erfahrung nicht sagen. Was aber stimmt, ist, dass in den DSLR Kameras mehr mechanischer Verschleiß geschehen kann, was diese Aussage möglicherweise rechtfertigt.

Viele geben als Grund für den Wechsel das Gewicht an. Durch das Fehlen eines Spiegels ist eine Systemkamera natürlich leichter und kompakter. Trotzdem habe ich vorhin erwähnt, dass man eventuell einen Batteriegriff dranschraubt. Dann kommt außerdem noch ein schweres Objektiv drauf und mit einem Aufsteckblitz hat man sehr schnell trotzdem 3 Kilogramm zu tragen. Im Vergleich zu der Canon 6D oder Nikon D750 mit ähnlicher Ausrüstung hat man ein Ersparnis von wenigen hundert Gramm. Das kann also nicht wirklich der geniale Vorteil sein, von dem alle reden.

 

Der Wechsel

Seitdem ich meine Canon 1200 D mit der Sony Alpha 7 Mark 2 ergänzt habe, werde ich immer wieder gefragt, wieso ich denn nicht bei Canon geblieben bin.

Erzgänzt?

Ja, ergänzt. Die Tatsache, dass ich primär eine neue Kamera benutze, heißt nicht, dass ich die alte ganz weglege oder entsorge. Weiterhin dient mir die Canon für Clubveranstaltungen, andere „Risky Events“, an denen höchste Qualität keine große Rolle spielt oder als Backup-Kamera.

 

Von Crop-Sensor auf Vollformat

Lange Zeit schon wollte ich als Hauptkamera einen Vollformatsensor haben. Nicht, weil es sich so cool anhört. Okay, vielleicht ein kleines bisschen.

Der eigentliche Grund für den Wechsel ist, dass ich ohne größere Bildverzerrung in größeren Räumen fotografieren kann. Ich brauche zum Beispiel für ein Gruppenfoto kein Fisheyeobjektiv, sondern kann einen einfachen Weitwinkel nehmen.

Trotzdem möchte ich die Option etwas näher dran sein zu können ausnutzen. Daher will ich auf die Crop-Sensoren nicht komplett verzichten. So habe ich dann z.B. nicht nur 200mm, sondern 300mm Brennweite.

Schlechter ist die Bildqualität nicht. Manch‘ ein Fotograf sagt nämlich „mehr Sensor, mehr Qualität“. Dem muss ich widersprechen. Es gibt wirklich gute Crop-Kameras, die von der Bildqualität her den Vollformat-Kameras im nichts nachstehen.

 

Wieso Sony?

Während die Hersteller von Spiegelreflexkameras wie Nikon, Pentax, Sony und Canon technisch bereits auf Augenhöhe konkurrieren, herrscht bei Systemkamera Herstellern (auch wenn es die selben sind) ein viel kontrastreicherer Konkurrenzkampf.

Zur Zeit sagt zum Beispiel Canon mit der M5, dass sie zwar mitziehen bei den DSLM Kameras, sich aber primär auf DSLR Kameras fokussieren. Sony hingegen bestreitet mit Fujifilm ein Kopf an Kopf Rennen. Auch Opympus, ein zuvor eher zurückhaltender Hersteller, zieht plötzlich mit fortschrittlichen Features und tollen Objektiven ins Battle um die beste Systemkamera auf dem aktuellen Markt.

Canon und Nikon sind dabei den Fehler zu begehen, den Kodak vor etwa 15 Jahren begangen hat. Kodak hat tatsächlich die erste digitale Kamera in den 80ern gebaut. Es war eher eine Spielerei. Als zur Jahrtausendwende die ersten kommerziellen Modelle anderer Hersteller mit 2 Megapixeln auf den Markt kamen, sagten die Kodak Leute, dass das nur ein Trend sei und schenkten der Digitalisierung keine Beachtung. Es existieren einige digitale Kompaktkameras von Kodak, allerdings ist das Unternehmen zu spät auf den Markt gekommen, hat keine Erfahrung in dem Segment und musste dann schließlich einsehen, dass es keine Chance mehr hat. Die Kodak Kameras sind mit den 35 mm Film Kameras gemeinsam fast untergegangen. Heute kennt man von Kodak eigentlich nur das hochwertige Fotopapier oder die Automaten in Drogeriegeschäften, die kostengünstig verschwommene Handybilder aufs Papier klatschen, um noch zwei oder drei Jahre die Erinnerung an eine besonders gelungene Saufeskapade an der Wand kleben zu haben.

Liebe Canon Leute, liebe Nikon Leute: Ich weiß ja, dass eure Spiegelreflexkameras super laufen, aber denkt an die Kinder, denkt an eure Zukunft. Steigt auf den Zug, solange ihr noch im Rennen sein könnt.

Sony hingegen hat von Anfang an mit der NEX und 7er Reihe Vorreiter für die DSLM Kameras bereitet. Der Dynamikumfang ist unglaublich und auch das ISO Rauschverhalten überzeugt auf vollster Ebene.

Ich habe mich am Ende eigentlich nurnoch zwischen Fujifilm und Sony entscheiden müssen. Beide waren für mich die überzeugendsten Kandidaten bei der Wahl.

Bereits etwas weiter oben habe ich gesagt, dass ich gerne Vollformat hätte, daher fiel Fujifilm mit dem Crop-Sensor leider weg. Außerdem gefiel es mir, wie die Sony A7II in der Hand liegt.

Weiterer Vorteil, den die anderen Hersteller doch bitte endlich begreifen sollen: Alle Systemkameras von Sony sind mit den selben Akkus kompatibel! Das ist fast schon revolutionär! Hat man ein Upgrade, braucht man die extra Akkus nicht auchnoch wieder neu anschaffen. Hat man eine Zweitkamera des selben Herstellers (zum Beispiel auf Hochzeiten), braucht man nicht zwei unterschiedliche Akkuvarianten mitschleppen. Oft ist es nämlich so, dass man eine Vollformatkamera und eine Crop-Sensor Kamera mitführen möchte. Die Tatsache, dass die Akkus eh gleich sind, macht viele Fotografen super glücklich!
Außerdem lässt sich auf Sony E-Mount so ziemlich jedes Objektiv adaptieren. Ob es ein altes russisches Objektiv aus den 80ern ist, oder ein Canon L Objektiv – schei* egal! Adapter gibt es ab 10,- € auf eBay und erstklassige Linsen ab 20,- €.

 


 

Auf Dauer sehe ich eine goldene Zukunft für Systemkameras. In 5 bis 10 Jahren vielleicht – sobald es mehr native Objektive für die DSLM Kameras gibt und der Stroverbrauch effizienter wird – sehe ich für Spiegelreflexkameras langsam aber sicher den Tod. Sicherlich wird es auch weiterhin neue DSLR Modelle geben, allerdings werden diese meiner Prognose nach eher was für Liebhaber sein. So ähnlich ist es heute mit den analogen Kameras.

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